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Integration
psychisch Kranker und seelisch Behinderter
Arbeit für arbeitslose Jugendliche und
andere Benachteiligte
Die Synergie aus Integrationsprogrammen und
Teilnahme am
Wirtschaftsleben |
Die Psychiatriereform hat seit Mitte der 70er-Jahre
viele Veränderungen zugunsten psychisch
erkrankter Menschen bewirkt und weitgehend zu
einem veränderten Bewusstsein in der Öffentlichkeit
geführt. Neben der Verkleinerung von Großkrankenhäusern
sind neue und vermehrt ambulante Versorgungsangebote
entstanden, die die sozialpsychiatrische Idee
in der Praxis verwirklichen.
EX+JOB
in Wunstorf ist aus einer Initiative von Krankenhausmitarbeitern
entstanden. Eine sozialpädagogisch betreute
Wohngemeinschaft, gegründet 1982, war die
erste Aktivität des Trägervereins.
Viele weitere sollten folgen.
Erste Schritte zum Wiedererfahren verloren geglaubter
körperlicher und geistiger Fähigkeiten
können mit ambulanten ergotherapeutischen
Hilfen gemacht werden. Ein mit Hilfe des niedersächsischen
Sozialministeriums initiiertes Angebot zur medizinischen
und beruflichen Rehablitation ermöglicht
die schrittweise Annäherung an einen späteren
Wiedereinstieg ins Berufsleben oder eine realistische
Einschätzung der individuellen Chancen.
Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze
in eigenen Betrieben mit tariflicher Bezahlung,
die mit ihren Produkten und Dienstleistungen
am Wirtschaftsleben teilnehmen und über
den Kontakt mit Kunden und Kollegen eine echte
berufliche Wiedereingliederung darstellen, wurden
mit Hilfe der Hauptfürsorgestelle und des
Landesprogrammes Soziale Betriebe geschaffen.
Für arbeitslose Menschen mit Behinderung bietet ein Integrationsfachdienst kompetente Hilfe für einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben an. Der Integrationsfachdienst wird im Auftrag des Integrationsamtes durchgeführt. Gleichzeitig rundet er unser Angebot ab: Denjenigen, die außerhalb von EX+JOB eine Beschäftigung gefunden haben, wird geholfen dort stabil zu bleiben. Ebenso steht dieser Dienst Arbeitgebern von Menschen mit Behinderung sowie Arbeitnehmern mit Behinderung bei Problemen zur Verfügung.
Angebote des betreuten Wohnens schaffen eine
sichere häusliche Umgebung, die auch
bei beginnenden Krisen und auftretenden Problemen
frühzeitge Hilfen anbietet. Aber auch Menschen,
für die eine idealtypische soziale und
berufliche Wiedereingliederung nicht erreichbar
erscheint, finden bei EX+JOB
eine Wiederbeheimatung anstelle eines Lebens
auf der Langzeitstation eines psychiatrischen
Krankenhauses. Das psychiatrische Wohnheim bietet
eine umfassende Betreuung und bindet seine Bewohner
gleichzeitig in hauswirtschaftliche Tätigkeiten
und Aufgaben in kleinen Werkstätten ein.
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Unternehmensziele |
In einer Kleinstadt ist ein Träger sozialer
Dienstleistungen gleichzeitig aufgefordert,
neben seiner hauptsächlichen Zielgruppe
auch anderen Menschen im Rahmen seiner Ressourcen
Hilfen anzubieten. So hat EX+JOB
schon früh arbeitslosen Jugendlichen im
Rahmen des niedersächsischen Jugendwerkstättenprogrammes
sinnvolle Beschäftigung und Qualifizierung
geboten. Der Bau von Werkstätten und Wohnhäusern
für die spätere sozialpsychiatrische
Nutzung ist seit Jahren Aufgabe der Jugendlichen.
Ganz nebenbei helfen die jungen Leute mit, EX+JOB
den Ghettocharakter einer Behinderteneinrichtung
zu nehmen und übertragen durch ihre Fluktuation
auch einen Mitnahmeeffekt auf die anderen Klienten.
Und:
Die Stadt und ihre Bürger nehmen vorbehaltlos
teil. Das Krankenhaus liegt mitten in der Stadt,
seit vielen Jahren ohne Mauern. Das hat es EX+JOB
enorm leicht gemacht, mit seinen Angeboten bei
der Bevölkerung anzukommen und eine bedeutende
soziokulturelle Funktion in der Stadt Wunstorf
zu übernehmen. In Wunstorf gibt es keine
Psychiatrie-"Insassen", sondern Mitmenschen
Aus dieser Situation heraus und aus einer Leitbilddiskussion
der MitarbeiterInnen der Organisation wurden
folgende Unternehmensziele entwickelt: |
Hauptziel: Aktive Teilnahme am Gesellschaftlichen
Leben durch innovative Soziale Dienstleistungen
und Integrationsbetriebe |
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| Teilziele
werden abteilungsweise formuliert. Die weitgehende
Autonomie der Abteilungen ist erwünscht.
Kooperation zwischen den Beteiligten ist allerdings
unerläßlich. Separate Eigenleben
von Abteilungen können die Unternehmensziele
nicht fördern.
In lebendigen
und kreativen Betrieben bedürfen auch
die Unternehmensziele einer regelmäßigen
Überprüfung und ggf. Neudefinition.
Die Ziele sind also kein Dogma und stehen
der Diskussion offen. Sie sollten jedoch einvernehmlich
zwischen Leitung und Arbeitnehmervertretung
beschlossen werden und solange als verbindlich
für die Organisationsentwicklung gelten,
wie keine anderen Ziele beschlossen wurden.
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